Gibt es das überhaupt noch?
Wenn ich mich recht erinnere, dann nennt die wunderbare Frau Kaltmamsell ihre Serie neuerdings „Menschen in Oberbekleidung“?
Wie dem auch sei: Wie immer, so bin ich auch hier gnadenlos zu spät, muss auch zugeben, dass ich mich bislang nicht so recht getraut habe.
Am letzten Wochenende hatte ich nun aber das große Vergnügen, die einzigartige Miz Kitty in echt und Farbe kennen zu lernen, die ja bekanntermaßen nicht nur wunderschöne Kleidung zu nähen imstande ist (und nicht nur Kleidung!), sondern diese auch entsprechend in ihrem Blog präsentiert.
Und so habe ich mir ein Herz und meinen Fotoapparat gefasst und traue mich jetzt einfach auch mal.
Da ich ein wenig unstet bin und auch nicht immer ausreichend Zeit und Geduld habe, ein Nähvorhaben zügig durchzuziehen, stricke ich lieber. Das dauert dann schon mal ein paar Monate, bis Jahre, ehe ein Kleidungsstück fertig wird, aber wenn so ein Strickzeug rumliegt, ist es irgendwie wesentlich weniger den Hausfrieden störend; es wächst ja erst mit der Zeit, während der Stoff eines Nähstückes gleich im Ganzen vorhanden ist.
Da ich nicht der Typ bin, der Gebrauchsanweisungen liest, stricke ich folglich auch nicht nach Anleitung.
Ich habe lediglich eine mehr oder weniger vage Vorstellung davon im Kopf und stricke einfach drauf los.
Diesmal sollte das Ding warm und bequem sein, nicht einengen, über Hose und Rock tragbar sein und – als Hommage à Karl-Heinz – über eine Zwergenkapuze verfügen.
Was dabei heraus gekommen ist, entspricht meiner Vorstellung erstaunlich gut (wundere mich selbst … ):
(Und da die Wolle ein wenig kratzig ist, habe ich am Halsausschnitt einen Streifen dünnen Fleecestoff eingenäht. Isch bin nämmisch ein Sensibelchen, was Kratzigkeit von Kleidungsstücken angeht.)



9 Kommentare zu “60 – 90 – 60”
Trau dich mal ruhig öfters. Ich bin ja nun nicht unbedingt der Karl Lagerspontiv – aber dein Kleidungsstil gefällt. Also mir. Auch vergangenen Sonnabend warst du eine fesche Erscheinung.
Weitermachen! :)
Hach *erröt* dankeschön!
(Der Rock am Samstag war übrigens auch selbstgeklöppelt. :) )
Dein Tag hat wahrscheinlich mehr Stunden als meiner! Erstaunliche Leistung. Das habe ich alles verlernt.
Früher in den Vorlesungen war ich eine von denen, die blind unterm Tisch gestrickt haben. Könnte ich das nicht mehr, also das blind stricken, würde ich so ein Teil nie fertig bekommen. Und auch so dauert es schon recht lange.
Strickst Du vielleicht hier demnäxxt zum Kongress Deines Faches?
das schaut ausserordentlich gelungen und kleidsam aus, und sehr durchdacht als modell.
ich hab auch schon in der mittelschule unter dem tisch/im bankfach gestrickt. manchmal kam dann in einer supplierstunde jemand und sagte: zeig einmal, wie du unter dem tisch strickst ohne dass die nadeln klappern, dann darfst du weiterstricken, ansonsten hältst du ein referat über …
referate, wie soll ich sagen, habe ich selten gehalten unter solchen umständen, man könnte auch sagen: nie.
aber zwei meiner professorinnen habe ich das stricken nähergebracht. die konnte das, als ich maturierte, dann auch recht gut.
Stimmt, ist ja bald Sandmännchentreffen. Nein, da stricke ich diesmal nicht mit. ;)
Danke Frau Kelef.
Ich finde auch: Das Stricken unterm Tisch ist ein Kulturgut, das vollkommen unterschätzt wird. Leider habe ich es nicht ganz geschafft, diese Fähigkeit an meine Kinder weiterzugeben, aber vielleicht kommt das ja noch.
(Die wunderbaren gestrickten Socken, die Sie mir einmal an Weihnachten schickten, trage ich übrigens regelmäßig und mit sehr sehr großer Begeisterung! :) )
gekonnt!
:) Eher Glück gehabt. ;)