Behandlungserfolg


Anfangs sind wir täglich zur Krankengymnastik gefahren, später dann, ab einem Alter von einem Jahr, nur noch zwei- bis dreimal die Woche – durchgehend, bis letzten Sommer. Im Alter von 6 Monaten eine Operation, alle möglichen Orthesen und Einlagen pflasterten schmerzhaft diesen Weg, spärliche Gänge zu unterschiedlichen Orthopäden mit noch unterschiedlicheren Meinungen, die Therapie fast ausschließlich in Absprache mit sehr sehr guten und engagierten Krankengymnastinnen und einem Orthopädiemechaniker, der nicht nur sein Handwerk versteht, sondern auch ein gutes Einfühlungsvermögen besitzt.
Seit gut einem Jahr nun „normale“ Schuhe und erstmals schmerzfrei auch über längere Gehstrecken.

Heute nun die Stunde der Wahrheit. Orthopädische Befunderhebung quasi in ausgewachsenem Zustand.
Was ging mir die Muffe vor diesem Termin, hatte ich doch die Therapie meines Kindes weitgehend eigenmächtig gelenkt, eine Zweit-Op bislang abgelehnt. Aber ich wollte unbedingt den jetzigen Status erhoben haben, wissen, ob vielleicht trotz maximaler Übungsbehandlung bei dem nun Erwachsenen eine Op-Indikation zu diskutieren wäre.

Heraus gekommen ist nach all den Jahren ein für die Ausgangssituation bestmöglicher Ausheilungsbefund und zwar ein so hervorragender, wie man ihn laut untersuchendem Orthopäden nur sehr selten zu sehen bekommt.
Weder eine Operation, noch Einlagen sind weiter erforderlich, lediglich Krankengymnastik sollte weiter erfolgen, so sie denn einen spürbaren Erfolg hat.
Rein anatomisch-optisch wird es nie ein Normalbefund werden, das war von vornherein klar. Wie auch, die Knochen stehen zum Teil munter in der Gegend herum, funktionell aber haben wir alles rausgeholt, was rauszuholen war. Alle Gelenke sehen noch heil aus, keines hat bislang Schaden genommen.

Den tonnenschweren Stein, der mir vorhin vom Herzen gefallen ist, den kann man sicher bis zum Nordpol sehen.
Leute, wat bin ick froh! :-)


12 Kommentare zu “Behandlungserfolg”

  1. Freue mich sehr mit und für Euch, dass sich die Jahre des Mühens, der Disziplin, des Abwägens und Entscheidens, sicher auch manches Kampfes am Ende gelohnt haben und Ihr so ein wunderbares Ergebnis erzielen konntet! Ich schätze, da habt Ihr einen wunderbaren Grund mal wieder zu feiern, denn Feste soll man ja feiern, wie sie fallen! :)

  2. Toll! Hut ab vor dieser Behandlungs-Ausdauer. Das sollte als Beispiel für andere Eltern stehen, damit sie sehen, dass es sich wirklich lohnt.

  3. Da hast du doch alles richtig gemacht!!!! Ich verstehe gut, was für ein großer Stein dir vom Herzen gefallen ist. Ich freu mich für dich und vor allem für dein Kind :-)).

  4. Glückwunsch! Gut gemacht, liebes Muttertier. Und Chapeau an den Sohn, dass er das alles so brav mitgemacht hat. Ich hoffe, er kann ein langes Leben halbwegs beschwerdefrei damit leben°

  5. Danke Euch allen! :-)
    Ja, ist das nicht toll? Ich bin heute noch vor lauter Freude durch die Gegend gehüpft.
    Haben sich doch all die schlaflosen Nächte gelohnt, in denen ich hin und her überlegt habe, ob die Nummer, die ich da weitgehend an den Orthopäden vorbei gefahren habe auch wirklich die richtige ist.
    Ob es so bleibt wissen wir nicht und er muss immer weiter am Ball bleiben, aber erst einmal sieht es besser aus, als ich wir uns das je erhofft haben.
    Schon die ersten „normalen“ Schuhe, die einigermaßen gepasst haben und die er dann quasi an der Orthopädie vorbei getragen hat, waren ein, wenn auch erstmal heimlicher Erfolg. Aber das jetzt, das ist so richtig…
    …so richtig *strike* :-).

  6. ja!
    und jetzt eine party. sowas darf man feiern, auch richtig. muss ja keiner den wirklichen grund kennen außer euch :-)

  7. Ich freu mich für euch!!!! Großes Lob, dass du das alles selber in die Hand genommen und durchgezogen hast!
    Ich glaub manche Ärzte wissen oftmals einfach nicht wirklich was besser ist. Das können Mütter oft viel besser einschätzen. :) Toll wie es gelaufen ist! Ich hoffe das bleibt weiterhin so gut!
    Ganz lieben Gruß
    Elena

  8. Ja Marion, da hast Du eigentlich Recht! Ne Party wäre angemessen. :-)

    Und – nicht dass hier der falsche Eindruck entstanden ist, Elena – ich habe die Therapie ja nicht allein als Mutter in die Hand genommen. Zum einen waren da ja die nichtärztlichen Fachkräfte wie die beiden sehr erfahrenen Krankengymnastinnen, die einen ganz riesigen Anteil an der Therapie hatten und der ebenso engagierte Orthopädiemechaniker. Hinzu kommt, dass ich ja selbst Ärztin bin – zwar keine Orthopädin freilich. So ganz ausschließlich auf mein mütterliches Bauchgefühl musste ich mich also nicht verlassen.

  9. Wow, ich gratuliere.

    Und kann mit einem Kind, das einige Jahre Orthese trug und sein Leben lang Schuherhöhungen brauchen wird, einiges davon nachvollziehen. Ich wünschte manches Mal, ich hätte die Sachkenntnis, mich da nicht auf Orthopäden verlassen zu müssen oder Orthopädietechniker.

    Und ja: definitiv feiern bitte.