Im falschen Film


Links die Wohngruppe für schwer erziehbare Jugendliche, Probleme mit problematischen Eltern.
Rechts versuchen die anderen Nachbarn gerade in großem Stil ein vollkommen blödsinniges Wellnessgerät zu verticken.
Wir dazwischen.
Ihr könnt Euch sicher denken, zu welchen Nachbarn wir das herzlichere Verhältnis pflegen?

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Unser Gesundheitssystem ist infiltriert von großen Konzernen. Waren früher noch Pharmaberater unterwegs, um ihre Pillen via Hausarzt an den Patienten zu bringen, wird das Zeug mittlerweile in konzerneigenen Kliniken verteilt.
Wertschröpfungskettenmanagement.

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Schulorchester suchen Sponsoren, machen Imagekampagne, Kinderleistung wird dem gefräßigen Tier Kommerz zum Opfer dargebracht.

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Wer seine Zeit und Arbeit verschenkt muss aufpassen. Die meisten Menschen verwechseln kostenlos mit wertlos. Perlen vor die Säue, die sie begierig fressen.

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Alles Scheiße.
Wo bitte gehts hier zur Parallelwelt?


7 Kommentare zu “Im falschen Film”

  1. Zum ersten Absatz: Sicher zu den Nachbarn mit dem Wellness-Gerät – für Nami nach dem Agility-Training. ;o)))

    Im Ernst jetzt: klingt nach einer Menge (nachvollziehbarem) Frust! Wünsche Euch, dass das bevorstehende Wochenende mehr Freude als Frust bringt!

  2. 1. links
    2. Gestern wieder mal bei Kontraste, sehenswert.
    3. Da gruseln mich schon seit langem die kleinen Jungs in Sportkluft an der Supermarktkasse auf deren Trikots alteingesessene Firmen pranken. Warum können die nicht mal einfach Jugend etwas geben, ohne zu nehmen?
    4. Ja. Genauso ist es. Daher ich nur noch gegen volle Leistung. Oder geldwertem Tausch. Alles andere hat keinen Sinn. Schlimmstenfalls erzählt später der Neffe (vhs-HTML-Kurs), wie schlecht man gearbeitet hätte oder man bekommt nicht mal mehr einen Anruf zum Dank. Man kann sich nur wundern!
    5. Nein, nicht alles Scheiße. Man muss schließlich nicht jede Entwicklung mitmachen.

  3. Muharharhar, Liisa! Nami in der Wellness-Liege, einen Cocktail in der Kralle, lässt sich nach dem Agi die Pfoten massieren.

    Ja Creezy, der Gesundheitsmarkt. Wir stecken da viel tiefer drin, als wir es wahrhaben wollen können. Als Nächstes ist der Ersatz der ärztlichen Therapie durch die entsprechende Industrie selbst angedacht. Erste Schritte in diese Richtung sind bereits gegangen worden und man kann sich wohl denken, dass die Gesundheit der Individuen auf der Rangliste der wichtigen Ziele dieser Konzerne nicht eben an erster Stelle steht.

    Die Schulen haben die Geldgeier offenbar noch nicht als gewinnträchtig erkannt. Umso erschreckender finde ich es, ihnen via Sponsoring die Tür von innen aufzumachen.
    Viel Zeit und Arbeit habe ich in ein solches Schulprojekt gesteckt. Eine, wie ich zunächst dachte kleine, Werbebroschüre sollte erstellt werden. Ich bin da Wochenende nach Wochenende angetanzt, habe musizierende, Instrumente haltende Kinder fotografiert, was auch eine Menge Spaß gemacht hat und gute Ergebnisse geliefert. Schließlich ist ein Din A4 Hochglanzteil daraus geworden, in dem neben vereinzelten Fotos anderer Fotografen hauptsächlich mein „Werke“ abgedruckt wurden….
    … ein einziger Copyrighthinweis ist in dem Ding enthalten. Und zwar der einer anderen Fotografin, die ganze zwei Bilder beigesteuert hat und die jetzt in großen Stil mit Werbeanzeige im Programmheft der nächsten Auftritte und recht penetranter Präsenz bei den Konzerten versucht, Aufträge an Land zu ziehen (was ja ihr gutes Recht ist und vermutlich kann sie gar nichts dafür, dass meine Arbeit jetzt für ihre gehalten wird.)
    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich mich da verhalten soll.
    Das Ganze war schließlich ursprünglich eine ehrenamtliche Geschichte. Hast Du ’ne Idee?

  4. Jaaa, diese Copyright-Geschichte. Ich merke gerade erst selber wie sehr man da hinterher sein muss. Mir ist das ja zuwider aber … ;-(
    Im Nachhinein kannst Du natürlich wenig machen, das Heft ist ja gedruckt. Ich sage es mal so: a) mach endlich für Dich losgelöst eine eigene Homepage und biete Dich langsam selbst als Fotografin an. Du kannst es, Du hast Talent. Und wenn sich Jobs für Dich ergeben, dann nimm sie mit. Ja, man darf auch mit seinem Hobby Geld verdienen. (Ich glaube, die meisten Leute entscheiden sich da auch lieber für Talent und nette Persönlichkeit als für Penetranz im Auftreten). Und b) lerne daher einfach aus dem, wie sie das gemacht hat. Wahrscheinlich hat sie’s auch hart lernen müssen und ähnlich wie Du. Sorge einfach dafür, dass es Dir ein Mal passiert ist und kein weiteres Mal. Und für solche Fotospenden, lege Dir eine Signatur zu, die in die Fotos gehört. Nein, das ist nicht schön – aber verhindert solche Erfahrungen zumindest im ehrenamtlichen Bereich!

    Und die Verantwortlichen, die der Meinung waren, Dich nicht von sich aus im Heft zu dotieren mittels Namennennung, würde ich diesbezüglich direkt ansprechen. Vielleicht wussten sie es nicht besser, falls, wissen sie es dann danach wenigstens. Anmerkungen zum Verfasser gehören eben schlicht dazu. Das weiß man aus der Zeitung, wo immer über dem Artikel Autor und Fotograf stehen. Das ist bei ehrenamtlichen Ausgaben das Mindeste, das sollten die lernen! Zumal die Nennung sie rein gar nichts kostet.

  5. Danke Creezy!
    Genau so ist es und so habe ich mir das auch schon überlegt.
    Machen kann ich nichts mehr – hätte ich Gelegenheit gehabt, das Teil vor dem Druck zu sehen – hatte ich aber nicht. Angesprochen habe ich den Verantwortlichen schon und es was mir – vollkommen bescheuert – auch noch irgendwie peinlich und ich habe das Gefühl, man findet mich extrem zickig.
    Die Fotografin selbst habe ich beim letzten Konzerttermin ganz kurz angesprochen, einfach um mal zu sehen, welcher Mensch dahinter steht. Sie hat mich gefragt, ob sie jetzt besser RAW oder JPEG fotografieren solle, so bei den Lichtverhältnissen. Icke so „HÄ?“. Vielleicht könnten wir noch was voneinander lernen… ;-)

  6. Ja, die können Dich solange zickig finden, wie sie wollen. Es ist Dein Recht auf ein Copyright zu pochen. Sie hätten – da sie es bei einer Fotografin ja gemacht – da längst von alleine drauf kommen müssen.

    Rest per Mail.