Ick saach jezz nur ma een Wort, wa?


EL-TERN-A-BEND

So.

Mehr saach ick nich.

*koppschüttel*


15 Kommentare zu “Ick saach jezz nur ma een Wort, wa?”

  1. Vertseh ich irgendwie, auch wenn es nicht gut ist und ich mir das anders wünschen würde. Ich bin sicher, dass das auch anders geht!

  2. Ochneee, bitte erzählen!
    (Im SZ-Magazin eine Geschichte von der alten Münchner Ärztin, die etwa 20.000 Babys auf die Welt gebracht hat – gesehen?)

  3. Sagt man wohl eigentlich nicht, aber: Danke für den Link, liebe Kaltmamsell!
    Was für eine großartige Frau! So sind sie, die großen Mütter der Medizin. Ich hatte das ungeheure Glück, meine ersten Schritte als Assistenzärztin unter der Leitung einer solchen Chefin machen zu dürfen. Ganz große Bewunderung, echt!
    Und sie spricht mir aus der Seele, in allen Punkten.

    Und danke für das Beileid, liebe Mit-Mütter. ;-)
    Nun ja, was gibt es zu erzählen:
    Der Huflaikhan meine direkt nach dem Elternabend:
    „Ich werde alt. Ich habe einfach nicht mehr den Nerv mit Laberern zu diskutieren.“
    Wir haben es auf der „Bonzenschule“ meiner Tochter ja mit Eltern zu tun, die es nicht wirklich nötig haben, einer Erwerbsarbeit nachzugehen, zumindest die Mütter.
    Das sei den Leuten auch gegönnt, aber all die gut ausgebildeten Akademikerinnen, die zu Hause bei ihren Kindern geblieben sind, damit der Mann seine Kariere aufbauen kann (und damit sie sich nicht der Verantwortung des Berufes stellen müssen, sicher nicht alle von denen, aber bei einigen war das ausschlaggebend, habe ich doch selbst erlebt, wie sie freudig den Job hinter sich ließen, als das Kind das erste Mal im Bauch zappelte) , haben jetzt offenbar zum Teil gewisse Identitätsprobleme. Immer häufiger hört man die Beteurerung, dass man jetzt ja arbeiten ginge – halbtags, na gut, stundenweise. Das wird von einigen immer wieder betont und ich habe ja auch gar nichts dagegen, nur: diese Ansagen kosten an solch einem Elternabend einfach Zeit und die würde ich abends lieber zu Hause, als in einem Klassenzimmer verbringen. Aber das ist noch nicht so schlimm. Richtig nervig ist, dass viele dieser Frauen sich geradezu an ihren Kindern abzuarbeiten scheinen – klar, heute definieren sich alle über die erbrachte Leistung und was bleibt da schon, wenn man ein paar Stunden in der Woche vermutlich ziemlich unter Qualifikation arbeitet?
    Und so werden sich regelrechte Wettkämpfe geliefert, wer denn sein Kind am besten fördert. (Dass diese überforderten Kinder meist die größte Kotzbrocken der Klasse sind, habe ich im Anschluss dann von meiner Tochter erfahren - wahrscheinlich bleibt denen auch gar nicht viel anderes übrig). Da wird dann stundenlang darüber parliert, dass ein Auslandsaufenthalt ja jetzt wegen G8 von der 11. in die 9. Klasse verlegt werden soll, weil, wenn die Kinder erst im Studium ins Ausland gehen, dann wäre das viel zu spät, dann würden sie die Sprache nicht mehr anständig lernen. Und es müsse mindestens ein Jahr sein, da das erste halbe Jahr ja ohnehin für Heimweh draufgehen würde. (Boah, ist mir da schlecht geworden!)
    Diese Frage stellt sich mir aber gar nicht, weil ich es viel zu früh finde, ein Kind im Alter zwischen 13 und 14 für ein Jahr ins Heimweh zu schicken. Was soll das denn? Damit sie die Sprache lernen? Quatsch.
    Der sehr engagierte Lehrer mahnte dann auch sofort zur gelassenen Betrachtung, hat er doch selbst schon einige Kinder psychisch schwerst gestört aus diesen Auslandsjahren zurück kommen sehen, vor allem die Mädchen, die in ihren Gastfamilien wohl zum Teil böse ausgebremst wurden.
    Klar, einige Kinder haben Glück und einigen tut es sicher auch sehr gut, ein Jahr von ihren Eltern weg in eine andere Familie zu kommen. Viele lernen sicher auch viel und einige Persönlichkeiten reifen sicher auch, aber der Eifer mit dem vollkommen unkritisch die eigenen Kinder mitten in einer der schwierigsten Phasen ihres Lebens rausgeschickt werden, um Leistung zu bringen, hat mich dann doch erschreckt. Ganz symptomatisch war da die Formulierung: „Das haben wir schon mit der/dem Großen so gemacht, das machen wir mit der Kleinen auch so.“ da hat’s mich echt geschüttelt: Man/frau m a c h t etwas mit dem eigenen Kind. Das Kind als Gegenstand. Ätzend.
    Und auch symptomatisch, dass die Eltern der netten, freundlichen Kinder mit dem Einwand, dass man das vielleicht an der Psyche des Kindes im Einzelfall orientieren sollte, dagegen gehalten haben.

    Alles in allem: Unnötig anstrengend, so ein Elternabend.
    Was sich die einen zu wenig kümmern, „machen“ die anderen zu viel.
    Das Kind zur Sache machen beide und das ist es, was mich am meisten ankotzt.

  4. oh ja.
    hier läuft das rattenrennen schon längst.4jährige kindergartedier die keine zeit hab en sich zu besuchen, weil „hanna-laura hat montags schwimmen, dienstags ballettl, mittwochs musikschule, donnerstags englisch und freitags kommt die oma“.
    Und es ist so schwer sich davon zu befreien, denn noch machen wir gar nichts instutionelles, vergeude ich also die beste zeit im leben meiner tochter?
    das Beste wäre doch in der familie zeit und interesse für- und aneinander zu haben, und das ganze für freunde zu öffnen, also liebe zu leben, aber das wird immer seltener scheint es, das passt nicht in die konsumgesellschafft.

  5. Du/ihr vergeudet gar nichts, ganz im Gegenteil. Diese ultrafrühe Frühüberförderung finde ich geradezu pervers – außer das Kind will das selbst unbedingt, dann sollte man es das zumindest ausprobieren lassen. Dieses ganze Übergestülpe von irgendwelchen Leistungsgedanken im frühesten Klein- und Kindergartenalter. Wie sagte der großartige (durchaus ziemlich gestrenge und Leistung fordernde) Musiklehrer meiner Tochter (sinngemäß): Mit der Erziehung ist es wie in der Baumschule. Erst muss man die Fähigkeiten der Kinder nach allen Seiten wachsen und treiben lassen und später dann kann man anfangen zu beschneiden und in Form zu bringen.

    Ich habe auch den Eindruck, dass mittlerweile die Bildung zur Sache degradiert wird, damit sie in den Konsumgedanken eingepresst werden kann. So ne Seele wächst aber nicht schneller, wenn man von allen Seiten schiebt und zerrt.
    Is so, würde meine Tochter jetzt sagen. ;-)

  6. Vielen Dank, liebe pepa, dass Du Dir doch die Mühe des Erzählens gemacht hast. Sowas Ähnliches hatte ich mir schon gedacht, die Details aus dem wirklichen Leben faszinieren mich aber immer wieder.

    Was mich erstaunt: die Lebensziele, die Eltern damit implizit transportieren. Der Mitbewohner hat mich vor Jahren drauf gebracht, als er die Forderung ans Gymnasium hinterfragte (der Mann ist ja Lehrer), es solle die Kinder mit Inhalten versorgen, die sie im späteren Leben brauchen. Mit welchem Ziel? – so fragte er, weil das niemand dazusagt. Um im späteren Leben möglichst viel Geld zu verdienen (das scheint am häufigsten durch)? Um möglichst viel Macht zu erreichen? Um berühmt zu werden? Ähnliches scheinen die hyperaktiven Mütter / Eltern auf den Veranstaltungen zu erhoffen, wie Du sie schilderst. Wäre nämlich ihr Ziel, aus ihren Kindern glückliche Menschen zu machen, die möglichst wenige andere Menschen an ihrem Glück hindern, wenn nicht sogar das Glück anderer Menschen fördern – dann würden sie doch völlig andere Dinge fordern und tun.
    Oder?
    (Schrieb in befreiender Ahnungslosigkeit die Kinderallergikerin…)

  7. Du hast es exakt auf den Punkt gebracht, liebe Kaltmamsell.
    Macht und Reichtum, als materialisierte Bildung.
    Ist enorm weit verbreitet und produziert wie gesagt ganz häufig kleine Kotzbrocken, die ihr Gegenüber lediglich als Mittel zum Zweck wahrnehmen gelernt haben.

    Könnte es vielleicht sein, dass Deine Kinderallergie zumindest zu einem kleinen Teil in dieser Erziehungsstrategie und ihren Ergebnissen wurzelt?
    Auf diese Ergebnisse reagiere nämlich auch ich, die ich Kinder an sich ja sehr mag, außerordentlich allergisch. Auf die entsprechenden Eltern noch mehr.

  8. Früher, als ich noch Klassenleitungen hatte, war ich berühmt für meine kurzen Elternabende.( im derzeitigen System ist es nicht möglich, Gott sei dank)
    Es lief so. Tagesordnung, kurze Diskussion, Antrag, Abstimmung.
    Und die Eltern haben mich dafür geliebt, dass ich den Schwätzern kein Podium geboten habe.
    Den meisten ist nämlich diese Folklore zuwider, sie sagen nur aus Anständigkeit nichts.

  9. Ja Croco, das kann ich mir gut vorstellen. Ich liebe auch Lehrer, die einen Elternabend kurz und knackig zu gestalten wissen. Der Klassenlehrer meiner Tochter ist eigentlich ausgesprochen patent, nur redet auch er schon mal ganz gern, das ist es aber nicht – er kommt gegen diese distinguierten Gutsherrinnengesten der betreffenden Mütter nicht an. Das sind Menschen, die den Eindruck erwecken, ansonsten ihr Personal zu befehlen – alles einfach sehr merkwürdig elitär.

  10. Ach, und dann fragt man einfach, wo haben Sie Abitur gemacht?
    Gutsherrinnen haben das öfters mal nicht. :-))

  11. Das stimmt!
    Allerdings in diesen Fällen…
    …eine ziemlich große Anzahl der Mütter und Väter dort sind selbst ehemalige Schüler der Schule…

    …organisiert in einem großen Alumniverein. Man glaubt es kaum.
    (Auf der anderen Seite ist das ganz praktisch, unterstützen die doch die Schule tatkräftig, vor allem finanziell. Diese ganze, wahnsinnige musikalische Arbeit wäre ohne die Ehemaligen gar nicht möglich.)